Auch in diesem Jahr können wir wieder eine Jugendmannschaft aufstellen. Jedoch haben aus der Mannschaft des letzten Jahres vier Spieler Abitur gemacht und drei von ihnen die Stadt verlassen. Um diesen Verlust zu kompensieren, haben wir in diesem Jahr zwei Spieler des Gymnasiums Buckhorn in unsere Mannschaft aufgenommen, die aber schon Vereinsmitglied beim Volksdorfer bzw. Bergstedter SK sind. Leider gibt es für den Jugendbereich in Hamburg keine Gastspieler Regelung. Damit die beiden nun in unserer Mannschaft mitspielen können, mussten wir mit dem VSK und dem BSK eine Spielgemeinschaft gründen. Das hat auch sehr gut funktioniert und nun firmieren wir unter dem Namen Spielgemeinschaft Schachfreunde Hamburg/Volksdorfer SK/Bergstedter SK. Uns ist jedoch der Startplatz in der Stadtliga, den wir uns letztes Jahr erspielt haben, erhalten geblieben.
Für den letzten Mannschaftskampf der Saison mussten wir am 8. Juni nach Blankenese. Leider ging es dieses Mal wegen des langen Weges ein wenig chaotisch zu. 15 Minuten vor Spielbeginn war ich als Mannschaftsführerin die einzige am Spielort. Auch die Wirtin konnte nicht sagen, ob heute überhaupt gespielt wurde. Nach wenigen Minuten kamen jedoch die ersten Gegner und auch Steffen kam als erster von unserer Mannschaft. Leider hatte er schlechte Nachrichten dabei. Luca hat es nicht zum Treffpunkt geschafft. Da noch die Chance bestand, dass er alleine zur S-Bahnstation Klein Flottbek fährt, wollte ich am Bahnhof nach ihm Ausschau halten. Dort habe ich aber nur Leo angetroffen. Zurück im Spiellokal waren inzwischen auch die anderen, eingetroffen, sodass letztendlich sieben Bretter besetzt waren, unter anderem mit unserem Neuzugang Kim Hendrik Otte, der als Nr. 9a nachgemeldet worden war.
Schachlich lief es dann leider auch nicht so gut. Dass Steffen nur wenig Chance bei diesem starken Gegner hat, musste schon vorher zugegeben werden. Kim Hendrik war bei seiner ersten Partie, die er an Brett sieben absolvierte, noch ziemlich unsicher, was der Gegner ausgenutzt hat. Lichtblicke waren an den Brettern drei und vier Leo und Torben, die beide ihre Gegner bezwingen konnten. Die drei anderen, Jonathan, Jakob und Steffan mussten sich leider auch geschlagen geben, sodass wir zum Ende Blankenese nicht nur zum Sieg, sondern auch zum Aufstieg in die Jugendlandesliga gratulieren konnten.
Wir jedoch bleiben nächste Saison in der Jugendstadtliga, die wir nach dem Aufstieg im letzten Jahr als Dritter beenden. Damit war das Ziel, Klassenerhalt, gut erreicht.
Zum Auftakt ging es mal wieder zum HSK, wo wir in der letzten Saison in der letzten Runde den Aufstieg gesichert haben. In dieser ersten Runde haben wir den ersten Schritt zum Klassenerhalt getan. Mit diesem Remis sind wir jedenfalls nicht die schlechtesten in der Staffel und wie so häufig wäre auch ein Sieg möglich gewesen. Abdullah und Johannes an den Brettern sechs und sieben gewannen ihre Partien ziemlich eindeutig, während Maxim und Jakob an den Brettern acht und fünf ebenso eindeutig ihre verloren. Steffen an Brett eins stand zwar zu keiner Zeit schlechter, brauchte jedoch ziemlich lange, um seinen Gegner niederzuringen. An Brett vier spielte Torben, der leider keinen guten Tag erwischt hat. Nachdem er einmal schlechter stand, konnte er leider nichts mehr aus der Partie heraus holen. Am spannendsten machten es Leo (VSK) und Jonathan (BSK) an den Brettern zwei und drei. Leo besaß lange Zeit die bessere Stellung mit einer Mattdrohung auf der Diagonalen. Jedoch konnte er diesen Vorteil nicht ausnutzen und ließ sich von seinem Gegner zusammen schieben. Zwischenzeitlich war auch noch ein Remis möglich gewesen, was im Nachhinein das Beste gewesen wäre. Jonathans Stellung war lange Zeit ausgeglichen. Erst im Bauern Endspiel kam es zu einer Entscheidung. Mit einem Mehrbauern konnte er genug Druck aufbauen. Letztendlich gab der Gegner nach einem eindeutigen Verlustzug auf.
Mit diesem Ergebnis können wir zwar noch nicht ganz zufrieden sein, aber die Saison ist ja noch jung.
Bei unserem zweiten Auswärtsspiel ging es zur Weißen Dame nach Eppendorf. Leider waren wir es diesmal, die nicht vollzählig antreten konnten. Zwei absagen am Tag vorher konnten leider nicht ausgeglichen werden. Die sechs angetretenen Spieler versuchten dies jedoch wieder wettzumachen. Als erstes gewann wieder Abdullah seine Partie. Auch Steffan und und Luca an den letzten beiden Brettern standen sehr gut. Leider konnten nur Steffan das bis zum Ende durchziehen. Luca verspielte im Bauernendspiel sogar noch sein Remis. Bei Torben an Brett fünf sah es eigentlich gar nicht so gut aus. Aber zur richtigen Zeit fand er die richtigen Züge und konnte so die Partie für sich entscheiden. Dadurch dass wir das erste und vierte Brett frei gelassen haben, war Steffan in der komfortablen Situation mal nicht an Brett eins sondern erst am zweiten Brett zu spielen. Diesen Vorteil konnte er gut ausnutzen und auch er gewann seine Partie. Jonathan kämpfte lange an seiner Partie. Leider konnte auch er das Remis nicht halten und musste sich letztendlich geschlagen geben. Die gespielten Partien endeten also 4:2 für uns. Da aber nur sechs von uns angetreten sind und die Anwesendheit auch einen Punkt in der Jugendwertung bringt, ging das Spiel 16:14 aus, also ein Mannschaftspunkt für die Weiße Dame und keinen für uns. Beim nächsten Mal müssen wir noch besser unsere Leute zusammen halten, damit so etwas nicht wieder passiert.
Bei unserem zweiten und letzten Heimspiel schaffte Diogenes die weite Anreise. Zur aller Freude konnten beide Mannschaften vollzählig antreten. Denn auch Diogenes musste schon nur mit sechs Leuten antreten. Dass beim Beginn der Partie noch insgesamt drei Leute von beiden Mannschaften fehlten, ist dann das kleinere Übel.
Wie schon bei den anderen Kämpfen legte Abdullah an Brett sechs eine tadellose Partie hin. Bevor noch alle Gegner an ihren Brettern saßen, konnte er schon das Spiel für sich verbuchen. Etwa zeitgleich einigten sich Leo an Brett drei und sein Gegner auf ein Remis. Leider war schon da klar, dass Jakob an Brett fünf die Partie wohl nicht mehr gewinnen kann. Kurz darauf musste er sich dann auch geschlagen geben. Torben an Brett vier spielte heute von Anfang an sehr gut. Er erspielte sich einen Turm mehr und setzte letztendlich mit seinen zwei Türmen den Gegner matt. Ein weiteres Remis erlangte Luca an Brett acht. Er konnte leider seinen Damenangriff nicht in einen materiellen Vorteil umsetzen und traute seiner eigentlich guten Stellung nicht zu, die Partie noch zu gewinnen. Im anbetracht der letzten Partien war dies wohl die richtige Entscheidung. Der Gegner von Brett sieben kam mit 45 Minuten Verspätung. Bei gerade mal 90 Minuten Bedenkzeit pro Spieler war das für ihn zu wenig. Er verlor seine Partie auf Zeit. Aber auch Steffans Stellung war deutlich besser, sodass er es über kurz oder lang auf jeden Fall gewonnen hätte. An den ersten beiden Brettern wurde wie so oft lange gekämpft. Steffen an eins tauschte früh zwei Bauern gegen eine Leichtfigur und lange sah es damit ausgeglichen aus. Mit der Zeit konnte er jedoch seinen Vorteil ausspielen und sein Gegner musste nach einer langen Partie aufgeben. Als letztes spielte noch Jonathan an Brett zwei. Mit zwei Freibauern auf a und b besaß er eigentlich die bessere Stellung. Dies konnte er aber nicht gewinnbringend nutzen. Als der Gegner in die Zeitnotphase kam, fand dieser aber auch keinen Gewinnzug mehr, auch wenn ein zweizügies Matt möglich gewesen wäre. So hatte Jonathan gar noch Glück, als sein Gegner nach dreimaliger Stellungswiederholung Remis reklamierte.
Insgesamt war es ein schöner Mannschaftskampf, bei dem zum Glück kein Brett leer blieb.