Schachfreunde 5½ - 2½ Pinneberg
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Gelungene Rückkehr in die Oberliga
Nach zwei Jahren Landesliga war die Freude aber auch Anspannung groß, wie der Auftakt der neuen Oberligasaison verlaufen würde. Die Liga ist ausgesprochen ausgeglichen (fast) jede Mannschaft kann jede andere schlagen. Unser Auftaktgegner hieß Pinneberg trat dann auch in Bestbesetzung an, bei uns ersetzte Volker Schuldt den verreisten Matthias Hermann. Vielleicht war es unsere fast greifbare Motivation, die an diesem Tag den Ausschlag gab: unerwartet deutlich und kaum gefährdet siegte unser Team mit 5,5 zu 2,5 Punkten und eroberte die Tabellenführung der Auftaktrunde.
Unsere vollen Punkte erzielten Florian Kull, Martin Zimmermann und der Berichterstatter. Florian hatte mit den schwarzen Steinen nach und nach aus der Eröffnung heraus den Druck erhöht und gewann geradlinig Material und Partie. Martin stand dagegen nach langer Rochade unter starkem Feuer, er selber behielt aber (im Gegensatz zu den meisten seiner Teamkameraden) immer die Zuversicht, dass seine Stellung hält. Er sollte Recht behalten und die Partie zum Sieg kontern. Mir gelang es mit Weiß, meinen Gegner in eine sehr defensive Stellung zu bringen, allerdings fehlte neben einer guten Optik zunächst noch Greifbares. Als Schwarz meinte, alle Probleme gelöst zu haben, versuchte er einen Ausfall auf der a-Linie, allerdings zerbröselte er sich dadurch selber seine Stellung, die noch nicht genug Stabilität hatte.
Die Remisen wurden sehr unterschiedlich erzielt. Unsere erste Hausnummer erwarb recht schnell Marco Jäckle mit Schwarz. Beide Spieler waren dabei einig, dass die Luft aus der Partie nach kurzer Zeit bereits raus war. Knut Seidel hatte nach gewohnt abwechslungsreichem Spiel eine Stellung erreicht, die zwar optisch recht gut ausschaute, bei genauerer Betrachtung aber auch deutliche Probleme enthielt. Offenbar trauten beide Spieler ihrer Stellung nicht ganz, so dass es zum Friedensschluss kam. Richtig zur Sache ging es bei Volker Schuldt, der sehr gelungen aus der Eröffnung kam, aber dann etwas optimistisch wurde mit einer langen Rochade und - siehe Partie Zimmermann – so unter Druck geriet. Zwischenzeitlich drohten im Damenendspiel beide Parteien, den gegnerischen König in wenigen Zügen matt zu setzen, doch am Ende konnte sich keine Seite durchsetzen. Die einzige wirklich kritische Partie spielte Captain Jürgen Dietz, der sich in einer seiner Lieblingseröffnungen nicht ganz zurecht fand. Sein Angriff verpuffte und verschlechtere seinen positionellen Aufbau merklich. Dank reichlicher Erfahrung mit solchen Stellungen konnte er aber die Remisbreite letztlich halten. Das Finale schloss unser Neuzugang Dusan Nedic ab. In einer tiefgründigen Partie gewann er elegant einen Bauern, fand in der Zeitnot aber nicht die richtige Auflösung der Stellung. Über ein Qualitätsopfer steuerte er dann noch in ein Endspiel Läufer + zwei verbundene Bauern gegen Turm. Das sah auch sehr gefährlich aus, aber sein Gegner zeigte Endspieltechnik und opferte seinen Turm gegen ein Patt.
Alles in allem ein Auftakt, wie er besser kaum hätte sein können. Am 23.10. geht es aber schon weiter, auswärts in Schwerin.